Warum Du als Unternehmer*in jetzt auf Clubhouse sein solltest

Bereits 2018 sind drei Viertel der deutschen Bevölkerung täglich online. Der Anteil der sogenannten „Onliner“ ist in Deutschland erstmalig auf mehr als 90 % gestiegen. Nicht nur Video-Streamingdienste und Mediatheken erleben ihren Höhenflug – auch Audioangebote bekommen einen signifikanten Zuwachs. Das Smartphone gilt als „universaler Alltagsbegleiter“ und ist aus unserem alltäglichen Leben nicht mehr wegzudenken. Dabei nehmen insbesondere soziale Medien immer weiter an Bedeutung zu.

Man kennt sie alle – die Social-Media-Pattformen Facebook, Instagram und vor allem TikTok haben im Jahr 2020 ein explosionsartiges Wachstum verzeichnen können. Social-Networking-Apps machen mittlerweile fast 45 % der Nutzung von Mobilgeräten aus. Mit dem Vorteil der sozialen Interaktion über das Smartphone stehen diese Apps jedoch seit September 2020 nicht mehr alleine da: Die App Clubhouse hat seit ihrem Start in den ersten fünf Monaten als Social-Audio-App mehr als acht Millionen Downloads weltweit erreicht. Während der anhaltenden Corona-Pandemie bietet diese die Möglichkeit, sich trotz Kontaktbeschränkungen mit anderen Personen in Echtzeit über diverse Themen auszutauschen und in sogenannten „Rooms“ öffentliche Diskussionen anzuregen.

Während ein Großteil der von Unternehmen genutzten Social-Networking-Apps sich auf Bild-, Video oder Text fokussiert, bietet die interaktive Audio-App Clubhouse ein ganz neues Nutzererlebnis. Durch den Austausch exklusiver Inhalte in virtuellen Konferenzsälen ergeben sich neue Chancen für Unternehmen, ihre Ziele und Zielgruppen strategisch zu erreichen. Dem gegen- über stehen jedoch auch Risiken, die es nicht zu vernachlässigen gilt. Welche Perspektiven ergeben sich durch die Integration der Plattform in die externe Unternehmenskommunikation und wie kann diese betriebswirtschaftlich genutzt werden? Wir haben drei Experten aus unterschiedlichen Branchen befragt. Die Antworten erfährst Du in den folgenden Absätzen.

Wie funktioniert die iOS-App Clubhouse?

Die kostenlose App Clubhouse ermöglicht Nutzern, sich live in virtuellen Räumen über das Audioformat mit anderen Personen auszutauschen. Ende Januar 2021 haben 24 % von 2.016 Befragten im Alter von 18-59 Jahren bereits von der App gehört. Etwa ein Drittel dieser können sich zudem vorstellen, sie zu nutzen. Lediglich 0,74 % der Befragten verwenden sie bereits. Insbesondere bei jungen Menschen scheint die App Interesse zu wecken: Rund 58 % derjenigen, die bereits von der App gehört haben, sind zwischen 18 und 39 Jahre alt.

Die App funktioniert grundsätzlich wie eine Art „Echtzeit-Podcast“, bei dem sich jeder User durch virtuelles Handheben in das laufende Gespräch einbringen kann. Clubhouse ist ein Audioforum, in welchem Vorträge, Pitches und Diskussionen jeglicher Art stattfinden können. Der Unterschied zu anderen sozialen Netzwerken liegt vor allem darin, dass das visuelle Erscheinungsbild fehlt, wodurch Botschaften deutlich spontaner publiziert werden müssen und nicht vollständig vorbereitet werden können. Die Kommunikation ist deshalb deutlich dialogorientierter und somit persönlicher und direkter als auf anderen Plattformen. Insbesondere Nischenthemen finden hier Platz und Gehör.

Alle Teilnehmer eines Gesprächsraums können die Profile der Sprecher und Zuhörer sehen und ihnen folgen. Weiterhin kann jeder beliebige Nutzer der App einen eigenen Raum eröffnen, dessen „Follower“ anschließend darüber benachrichtigt werden, um eintreten zu können. Für die Eröffnung eines Raumes besteht die Auswahl zwischen privaten (nur eingeladene Personen), trusted (nur Abonnenten des eigenen Profils) und öffentlichen Räumen (jeder Nutzer). Zusätzlich existieren feste Clubs, welche durchgehend geöffnet bleiben. Clubhouse bietet außerdem die Möglichkeit, ein eigenes Profil inklusive Profilbild und Beschreibung zu erstellen und dieses mit seinem Twitter- und Instagramprofil zu verknüpfen.

Eine wichtige Eigenschaft von Clubhouse ist die Exklusivität der App durch verschiedene Zugangsbeschränkungen. Erstens ist die App derzeit nur auf Apple-Geräten und nicht auf Android-Smartphones nutzbar und zweitens können User nur auf Einladung eines Nutzers beitreten. Weiterhin ist die App nicht barrierefrei: Durch „Audio only“ werden gehörlose und schwerhörige Personen von der Nutzung ausgeschlossen.

Beachtung gilt zudem dem Datenschutz der neuen App. Wer Clubhouse im unternehmerischen Kontext nutzen möchte, sollte sich den Regeln der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) bewusst sein. Ein wesentlicher Punkt ist hier der Zugriff der App auf sämtliche Telefonkontakte von angemeldeten Nutzern. Außerdem gestattet Clubhouse die geschäftliche Nutzung nicht explizit. Kommerzielle Nutzung ist laut den Nutzungsbedingungen sogar verboten, sofern keine spezielle Erlaubnis besteht. Die App ist also hauptsächlich für die private und persönliche Nutzung vorgesehen.

Wie kann die Social-Media-App in die Unternehmenskommunikation integriert werden?

Neben dem privaten Gebrauch der sozialen Medien können diese gewinnbringend im Unternehmen eingesetzt werden. Wie kann der Social-Media-Hype Clubhouse im unternehmerischen Kontext genutzt werden, um die externe Kommunikation zu verbessern? Als Grundlage ist zunächst der Begriff der externen Unternehmenskommunikation zu definieren.

Während Kommunikation als „die Übermittlung von Informationen und Bedeutungsinhalten zum Zweck der Steuerung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen bestimmter Adressaten gemäß spezifischer Zielsetzungen“ beschrieben wird, steht der Begriff Unternehmenskommunikation für „das systematische und langfristige Gestalten der Kommunikation eines Unternehmens mit seinen wichtigen internen und externen Bezugsgruppen mit dem Ziel, das Unternehmen bei diesen Bezugsgruppen bekannt zu machen und das starke und einzigartige Vorstellungsbild (Image) der Unternehmenspersönlichkeit aufzubauen und kontinuierlich zu entwickeln“. Grundlegend stammt der Begriff „Kommunikation“ (lat. communis) aus der lateinischen Sprache und bedeutet Mitteilung, Verbindung oder Verkehr. Kommunikation bedeutet also die Verständigung durch Beteiligung am Kommunikationsprozess – etwa zwischen Unternehmen und dessen Bezugsgruppen.

Wie in der folgenden Abbildung zu erkennen, lässt sich die Kommunikationspolitik in drei Maßnahmen gliedern: die externe (marktgerichtete), die interne (innerbetriebliche) sowie die interaktive Kommunikation.

 

Die externe Kommunikation beinhaltet also sowohl die Unternehmens- als auch die Marketingkommunikation. Während die Unternehmenskommunikation für die Prägung des institutionellen Erscheinungsbildes verantwortlich ist, gehören zur Marketingkommunikation die Kommunikationsinstrumente, die vornehmlich den Verkauf von Produkten und Dienstleistungen fördern. Die externe Unternehmenskommunikation gilt als wesentlicher Bestandteil der Tätigkeit von Unternehmen und bündelt verschiedene Aktivitäten, die von unterschiedlichen Aufgabenträgern erbracht werden müssen. Hierfür können ggf. spezialisierte Agenturen herangezogen werden. Diese arbeitsteilige Erstellung erfordert ein gezieltes Management, um effektive und effiziente Kommunikation zu realisieren.

Kommunikative Aktivitäten werden allgemein dazu eingesetzt, unternehmerische Ziele zu erreichen. Die Kommunikation von Unternehmen hat primär das Ziel, durch die Veränderung von Meinungen, Einstellungen, Erwartungen und Verhaltensweisen übergeordnete Unternehmensziele zu erreichen. Diese betriebswirtschaftlichen Ziele sollen im folgenden Abschnitt differenzierter betrachtet werden, um sie später im Zusammenhang mit der Clubhouse-App zu betrachten.

Welche betriebswirtschaftlichen Ziele Du auf Clubhouse erreichen kannst?

Erst durch die explizite Formulierung von Zielen können die Marketingaktivitäten kanalisiert und ausgerichtet werden, um einen gewünschten Zustand zu erreichen. Eine Notwendigkeit besteht in der Operationalisierung der Ziele, um die einzelnen Aktivitäten in den unterschiedlichen Unternehmensbereichen steuern und koordinieren zu können. Die Operationalisierung setzt voraus, dass die Ziele nach Inhalt, Ausmaß und Zeit präzisiert sind. In Bezug auf den Zielinhalt kann zwischen Sach- und Formalzielen differenziert werden. Sachziele definieren die Art und die Menge der zu erbringenden Leistungen. Formalziele hingegen umfassen Kennzahlen, welche den Prozess der Leistungserstellung und -verwertung widerspiegeln. Weiterhin kann der Zielinhalt in ökonomische und nicht-ökonomische Ziele unterteilt werden. Während sich ökonomische Ziele beispielsweise an Umsatz, Deckungsbeitrag oder Marktanteil orientieren, sind nicht-ökonomische Ziele meist psychischer Natur wie z. B. Kundenzufriedenheit, Image oder Bekanntheit. Das Ausmaß der Zielerreichung lässt sich in Satisfizierungs- und Optimierungsziele unterscheiden. Bezüglich des Anspruchsniveaus bieten sich hier zwei Optionen. Auf der einen Seite kann die Zielerreichung durch die optimalen Werte der relevanten Parameter, also deren Minimierung oder Maximierung, beschrieben werden (z. B. Maximierung des Umsatzwachstums). Auf der anderen Seite kann die Suche nach Alternativen abgebrochen werden, wenn die Zielvariable einen befriedigenden Wert annimmt oder diesen übersteigt (z. B. Umsatzwachstum von 20 %). Der zeitliche Bezug von Zielen lässt sich in kurz- (ca. 1 Jahr), mittel- (ca. 2-3 Jahre) und langfristig (ca. 5 Jahre) unterteilen. Zusätzlich kann zwischen einer zeitpunkt- und zeitraumbezogenen Betrachtung von Zielsetzungen differenziert werden. Hinzuzufügen ist außerdem der Raum- und Segmentbezug von Zielen im Marketing, welcher eine klare Abgrenzung von Zielgruppen in Hinblick auf ihre Merkmale erfordert. Auch die Erreichbarkeit der Ziele spielt eine wichtige Rolle.

Ziele der Unternehmenskommunikation beziehen sich insbesondere auf die Bekanntheit und das Image eines Unternehmens. Eine Bekanntheit ist zu erreichen, indem das Unternehmen bei seinen Bezugsgruppen gedanklich präsent ist, um ein Vorstellungsbild bei ihnen zu entwickeln. Der Bekanntheitsgrad eines Unternehmens ist in die Bereiche Wettbewerb, Bezugsgruppen und Ressourcen zu gliedern. Um das Image eines Unternehmens aufzubauen, bedarf es einer systematisch entwickelten, starken und einzigartigen Unternehmenspersönlichkeit. Zu einem guten Image gehören das Involvement der Zielgruppen, also das Engagement der Zuwendung dieser, sowie eine geeignete Positionierung.

Eine weitere Unterscheidungsmöglichkeit von Zielen im Online-Marketing ist die Differenzierung zwischen Zielen der Informationsbeschaffung und der Informationsbereitstellung. Beide sind möglichst präzise zu formulieren. Die Beschaffung von Informationen kann unterschiedliche Bereiche betreffen, wie beispielsweise Lieferanten, Dienstleister, oder die allgemeine Öffentlichkeit. Ein besonderer Stellenwert kommt Daten von aktiven, passiven und/ oder ehemalige Kunden zu. Darüber hinaus können Daten bezüglich Produkt- bzw. Dienstleistungs- und/ oder Prozessinnovationen sowie Wettbewerbern und das weitere branchenspezifische oder internationale Umfeld beschafft werden. Ziele der Informationsbereitstellung befassen sich mit der unternehmerischen Kommunikation von Informationen über das Unternehmen, dessen Kultur, Leistungsprogramm, Stellung im Markt etc. an verschiedene Zielgruppen, um bei diesen bestimmte Reaktionen auszulösen. Primär ist hier die Bekanntmachung des Unternehmens und dessen Produkte und Dienstleistungen zu fokussieren, um das gewünschte Image aufzubauen und die Nachfrage anzukurbeln. Sowohl die Ziele der Informationsbereitstellung als auch der Informationsbeschaffung werden von übergeordneten Unternehmenszielen abgeleitet, welche in profitorientierten Unternehmen von der Gewinnorientierung und somit der Kundengewinnung und -bindung geführt werden.

Welche Vor- und Nachteile bietet die Social-Media-Plattform Clubhouse?

Clubhouse eignet sich u.a. zur Erweiterung des persönlichen Netzwerks. Zudem kommt ein intensiverer Kontakt durch die eigene Stimme zustande als beim Dialog auf anderen sozialen Netzwerken. Ein weiterer Vorteil ist die schnelle Erreichung von gesetzten Zielen wie beispielsweise der Steigerung von Bekanntheit und Reichweite sowie der Aufbau einer Community. Zudem können die Zielgruppen eines Unternehmens nicht nur national, sondern weltweit erreicht werden. Der oft befürchtete sogenannte „Shitstorm“, also die „öffentliche Kritik an Unternehmen oder Personen im Rahmen von sozialen Netzwerken, Blogs und Plattformen“, ist auf der betrachteten Plattform bisher nicht bekannt. Weiterhin ist dem Datenschutz der App kein Unterschied im Vergleich zu anderen Netzwerken zuzuschreiben. Der Austausch in Echtzeit hingegen gilt als großer Vorteil von Clubhouse. Die Beteiligungsmöglichkeiten in den einzelnen Räumen sind meist offengehalten, sodass jeder User zu jeder Zeit hinzustoßen kann. Insgesamt birgt die Plattform wenig Nachteile. Clubhouse bietet einen größeren Mehrwert als andere Kanäle, wenn man mit Unvoreingenommenheit, Freude und Neugier in die App startet.

Persönlich sind die Suchtgefahr und die lange Verweildauer in Bezug auf die Smartphone-App zu benennen. Ein weiterer Nachteil bildet die Unsicherheit im Thema Datenschutz und der Weitergabe von in Räumen genannten Informationen. Die Sorge um negative Reaktionen und fehlende Steuerungsmöglichkeiten der unternehmerischen Kommunikation könnte vermehrt Unternehmer betreffen. Während iOS-Nutzer bereits vielfach auf Clubhouse vertreten sind, wird Android-Nutzern der Zutritt derzeit verwehrt. Zudem sind Bezugsgruppen von Unternehmen bzw. der eigenen Branche (noch) nicht in ausreichendem Rahmen in der App vertreten. Der letzte genannte Nachteil betrifft die Befürchtung, dass jeder Nutzer die Möglichkeit besitzt, sich als Experte darzustellen, wodurch falsche Informationen an die Öffentlichkeit gelangen könnten.

Eine weitere Frage, die sich für Unternehmen in der Verwendung von Kommunikationsinstrumenten stellt, ist, ob diese sich zur Erreichung übergeordneter betriebswirtschaftlicher Ziele eignen. Hier sind sich die Experten einig, dass dies durch die strategische Nutzung von Clubhouse möglich ist. Zudem erklären sie die App als Indikator für eine schnellere Zielerreichung. Clubhouse eignet sich sowohl als Tool zur Kundengewinnung als auch zur Kundenbindung. Weiterhin berichten die Interviewten von einer Erhöhung der Bekanntheit für Unternehmen und dessen Vertreter durch Clubhouse. Weitere Benefits der Plattformen sind die Informations- und Aufklärungsfunktion über Produkte, Dienstleistungen und Ideen von Unternehmen und der aktive Bezugsgruppendialog auf Clubhouse. Der Verkauf von Produkten und Dienstleistungen ist zwar möglich auf Clubhouse, jedoch nicht das vorrangige Ziel. Durch die Verwendung von Clubhouse kann laut den Befragten die Anzahl an Bewerbungen auf offene Stellen gesteigert sowie der eigene Markt erweitert werden. Die Voraussetzung für unternehmerischen Erfolg auf Clubhouse fassen sie mit „Offenheit“ zusammen.

Die Bezugsgruppen von Unternehmen, welche über Clubhouse erreicht werden können, sind insbesondere Prominente, TV-Persönlichkeiten, iPhone-Nutzer, Unternehmer und Schauspieler in den Bereichen Film und Theater. Weiterhin sind Lieferanten, potenzielle und bestehende Kunden, Medienvertreter sowie Influencer und Meinungsbildner über die App ansprechbar. Nichtsdestotrotz sind die Personen, die über Clubhouse kontaktiert werden, nicht immer relevant zur Erreichung betriebswirtschaftlicher Ziele. Eine Expertin gibt weiterhin zu bedenken, dass derzeit nicht alle Bezugsgruppen auf Clubhouse zu finden sind.

Die Befragten sehen dennoch unterschiedliche Chancen in der Nutzung der Social-Networking-App durch Unternehmen. Mit an vorderster Stelle stehe hier die vergleichsweise höhere Verweildauer, welche jedoch mit dem Lockdown durch die Corona-Krise in Verbindung stehen könnte. Auch die Stimme als Alleinstellungsmerkmal der direkten Kommunikation bietet eine große Chance für Unternehmen, das berufliche Netzwerk intensiver auszubauen. Außerdem kann Clubhouse zur Ausweitung des eigenen Marktes durch hochwertige Inhalte, Offenheit, Ehrlichkeit sowie entspannte Dialoge führen. Um die App stetig weiterzuentwickeln, bieten dessen Inhaber Mitgestaltungsmöglichkeiten für User an, welches durch die Experten regelmäßig genutzt werden. Eine weitere Chance für die Erreichung unternehmerischer Zielsetzungen bieten zusätzliche Einnahmen durch Sponsoring von Räumen. Darüber hinaus bewirkt Clubhouse die Steigerung von Kreativität und Inspiration der Nutzer. Geschlossene Clubs offerieren zudem Optionen für interne Besprechungen. Es ist also zusammenzufassen, dass die App eine gezielte Ansprache von Zielgruppen sowie den schnellen Aufbau von Communities ermöglicht.

Den genannten Chancen für Unternehmen stehen jedoch auch Risiken gegenüber. Hierzu gehört zum Beispiel die potenzielle Weitergabe von Informationen an andere Medien sowie mögliche Imageschäden durch die spontane und globale Kommunikation der User. Das zuvor bekannte Datenschutzproblem der App, wodurch lokale Kontaktinformationen mit der App geteilt wurden, konnte laut den Experten bereits gelöst werden. Ein weiteres Risiko liegt in der Einschränkung der angenehmen Atmosphäre durch die Regulierung der Qualität von Clubs. An gleicher Stelle setzt die Befürchtung an, dass unwissende Personen sich als Experten einer Branche darstellen könnten, ohne über tatsächliches Wissen zu verfügen und so falsche Informationen an die Öffentlichkeit streuen könnten.

In Bezug auf die Zukunft der App sehen die Experten hier insbesondere eine Notwendigkeit zur Möglichkeit von Unternehmensprofilen zur gezielten Kommunikation mit den eigenen Bezugsgruppen. Weiterhin könnten Filtermöglichkeiten in der App-Suche zur Steigerung der Reichweite führen. Die schnelle Weiterentwicklung der App durch Mitgestaltung der User könnte zu einem weiteren Wachstum führen. Hier wird selbstverständlich auf die Notwendigkeit der Zulassung von Android-Nutzern hingewiesen. Die strategische Nutzung der App sowie das Verständnis für Offenheit und Ehrlichkeit durch Unternehmen auf Clubhouse sind als Bedingungen für einen betriebswirtschaftlichen Erfolg auf der Plattform zu verstehen. Ein weiterer Wunsch der Befragten ist eine kurze Feedbackmöglichkeit nach Gesprächen an die Teilnehmer. Außerdem ist eine Regulierung der Qualität der Inhalte durch eine Art Verifizierung sinnvoll. Im Allgemeinen wünschen sich die Befragten den Erhalt der Grundfunktionen der App, um den spontanen sozialen Austausch weiterhin in den Fokus zu stellen. Die Zusammenarbeit mit Marken gilt als Chance für die weitere Entwicklung der App. Letztendlich fasst einer der Experten den Entschluss, „dass sich Zukunft der Kommunikation durch Clubhouse, jetzt schon verändert hat und auch immer weiter verändern wird“ insbesondere durch die globale Unabhängigkeit.

Wie Du Clubhouse am Besten für Dein Unternehmen nutzt

Die vorangegangenen Abschnitte zeigen, dass Clubhouse nicht nur Vorteile und Chancen mit sich bringt, sondern vielmehr betriebswirtschaftliche Ziele und Bezugsgruppen erreicht werden können. Durch die verschiedenen Möglichkeiten, Räume zu eröffnen und beizutreten, können Personen kontaktiert werden, die in anderen Medien nicht zu den Zielgruppen des Unternehmens gehören. Dem gegenüber stehen einige persönliche Nachteile und spezielle Risiken, die in der unternehmerischen Nutzung der App unbedingt Beachtung finden sollten.

Allen voran geht das Merkmal, welches Clubhouse von anderen sozialen Netzwerken unterscheidet: das Audioformat, welches Spontanität erfordert und die Kommunikation zugleich dialogorientierter und persönlicher gestaltet. Die Befragung hat ergeben, dass der Nutzen der App insbesondere in der Erweiterung des persönlichen Netzwerkes liegt. Durch die Stimme als Alleinstellungsmerkmal der direkten Kommunikation kann ein intensiver Ausbau des beruflichen Netzwerkes erfolgen und Zielgruppen weltweit aktiv durch öffentliche Dialoge erreicht werden.

Die derzeit vergleichsweise hohe Verweildauer der Smartphone-App sorgt zwar durch die damit einhergehende Suchtgefahr privat für einen Nachteil, jedoch auch dafür, dass die Bekanntheit von Unternehmen und dessen Vertretern steigt und der eigene Markt durch hochwertige Inhalte, Offenheit, Ehrlichkeit und entspannte Dialoge ausgeweitet wird. Es sind also meist außer-ökonomische Ziele und Optimierungsziele, welche kurzfristig mit Clubhouse erreicht werden können und sollen. Voraussetzung hierfür ist eine klare Abgrenzung der Zielgruppen, welche auf Clubhouse laut Literatur speziell die Altersgruppe zwischen 18 und 39 umfassen. Die Interviews haben zusätzlich ergeben, dass

  • Prominente,
  • TV-Persönlichkeiten,
  • iOS-Nutzer,
  • Unternehmer,
  • Schauspieler aus Film und Theater,
  • Lieferanten,
  • potenzielle Kunden,
  • bestehende Kunden,
  • Medienvertreter sowie
  • Influencer bzw. Meinungsbildner

über Clubhouse erreicht werden können. Jedoch ist die App nicht als barrierefrei zu bezeichnen: Für Gehörlose, Personen ohne Einladung sowie Android- Nutzer ist sie derzeit unzugänglich.

Die Analyse hat zudem ergeben, dass betriebswirtschaftliche und übergeordnete Unternehmensziele durch ein gezieltes Management, die strategische Nutzung der App sowie Offenheit und Ehrlichkeit erreicht werden können. Hierzu gehören neben der Steigerung der Bekanntheit die Informationsbeschaffung und -bereitstellung sowie Aufklärung über eigene Ideen, Produkte und Dienstleistungen. Obwohl die kommerzielle Nutzung von Clubhouse ohne eine konkrete Erlaubnis verboten ist, da die App hauptsächlich für eine private und persönliche Nutzung vorgesehen war, finden primär Nischenthemen dort Anklang. Clubhouse bietet also ein großes Potenzial für das eigene Unternehmen und sorgt so für die Erreichung der nachstehenden Ziele:

  • Steigerung der Reichweite
  • Aufbau einer Community
  • Finden von potenziellen Bewerbern
  • Wissensaustausch mit anderen Unternehmern sowie Netzwerken
  • Dazulernen/ Inspiration
  • Image verbessern/ Branding
  • Kundenbindung durch die Präsentation als Mensch mit Emotionen

Dem gegenüber stehen Risiken für Unternehmen, die bei Beachtung einem unternehmerischen Erfolg jedoch nicht im Wege stehen sollten. Während das Datenschutzproblem der Freigabe der eigenen Telefonkontakte bereits beseitigt werden konnte, sollten sich Nutzer dennoch den Regeln der Datenschutzgrundverordnung bewusst sein. Grundsätzlich berichten die Interviewten von Erfahrungen, in denen Informationen aus Clubhouse an andere Medien weitergegeben wurden und so ein Imageschaden aufgrund der spontanen und globalen Kommunikation provoziert wurde.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass die App sich noch in der Entwicklungsphase befindet, an welcher Nutzer jedoch aktiv mitwirken können. Sie ist deshalb derweil kaum intuitiv zu verwenden, wächst jedoch stetig weiter in ihren Nutzerzahlen. Der spontane soziale Austausch durch die fehlende „offizielle“ Moderation der Räume bildet den Grundcharakter der App und soll erhalten bleiben.

Was Du auf Clubhouse unbedingt beachten solltest

Die intensive Auseinandersetzung mit der Clubhouse-App hat gezeigt, dass diese mehr bietet als eine Art Live-Podcast. Nicht nur Privatpersonen, sondern auch Unternehmen nutzen die Plattform schon jetzt zum intensiven Meinungsaustausch in Nischenthemen und zur Erreichung betriebswirtschaftlicher Ziele. Insbesondere der Fokus auf das Audioformat als Hauptunterschied zu anderen Social-Networking-Apps macht Clubhouse zu einem attraktiven Medium für die unternehmerische Kommunikation und bringt das Potenzial mit sich, mit neuen Zielgruppen in Kontakt zu treten und eine eigene Community aufzubauen.

Durch die wissenschaftliche Analyse anhand von Experteninterviews und einer strukturierten Inhaltsanalyse konnte das zuvor bezeichnete Forschungsdesiderat zum Thema „Unternehmerische Nutzung von Clubhouse“ stückweise gefüllt werden. Die Analyse bietet einen systematischen Überblick über die Vor- und Nachteile der App, die Chancen und Risiken sowie die Erreichung von Zielen und Zielgruppen über Clubhouse und geben einen Ausblick über dessen mögliche Weiterentwicklung.

Neben dem Vorteil der dialogorientierten Kommunikation anhand der eigenen Stimme kann die unternehmerische Verwendung der App dazu beitragen, die eigene Bekanntheit zu steigern. Dem gegenüber steht der persönliche Nachteil der hohen Verweildauer sowie die derzeit geltenden Zugangsbeschränkungen, wodurch gewisse Zielgruppen bisher nicht über Clubhouse erreichbar sind. Besonders interessant scheint die App für Menschen aus der Politik- und Marketing-Branche zu sein. Voraussetzung der betriebswirtschaftlichen Nutzung ist jedoch ein gezieltes Management. Die Verbesserung der externen Unternehmenskommunikation kann sowohl in Richtung der Unternehmens- als auch Marketingkommunikation perspektivisch erfolgen. Beachtet werden müssen dabei insbesondere die mit einer betrieblichen Nutzung einhergehenden Risiken.

Fazit der Arbeit ist also der Wandel des Hypes um die App in eine gezielte strategische Nutzung. Die vermutlich anstehende Monetarisierung, beispielsweise durch Sponsoring von Räumen, könnte die Funktionen der App verändern und ggf. engere Moderationsregeln und Guidelines zu Fake-News notwendig machen. Letztendlich lohnt sich ein betrieblicher Start auf Clubhouse unter Berücksichtigung der genannten Risiken zur Steigerung der eigenen Reichweite und dem Aufbau eines intensiven Kontaktes zu den Bezugsgruppen.

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