Der Spielveränderer

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Markus Euler ist einer der Top-Experten zum Thema “Vertrieb” via Facebook, XING, Twitter und Co. Ihn und seine Ideen jedoch auf die virtuose Bedienung sozialer Medien zu reduzieren, würde ihm nicht gerecht. Wie komplex sein Blick auf die Möglichkeiten erfolgreicher Vertriebsarbeit ist und der Neukundengewinnung ist, zeigt er in seinem kürzlich erschienenen Buch “SalesUpgrade”. Bei Amazon steht es im Ranking unter den Top10 der Verkaufsbücher.

Tebben: Herr Euler, Sie nennen sich “Der Spielveränderer”. Ist Verkaufen für Sie ein Spiel?

Markus Euler: Es bleibt jedem selbst überlassen, wie er seinen Beruf oder sein Leben grundsätzlich einordnet. Ich verfolge einen spielerischen und professionellen Ansatz. Die „spielerische Herangehensweise“ lässt Kreativität, Emotion und „Spielräume“ zu. Neben der Ratio spielt auch der Umgang mit der eigenen Intuition und der Gefühlswelt eine wichtige Rolle bei den täglichen Herausforderungen und Entscheidungen im Verkauf. Denken Sie einfach mal an Ihre große Tochter, wie viel Energie und Spaß beim spielerischen Umgang entstehen und wie flexibel und veränderungsfähig wir selbst als Kinder waren. Und heute? Viele tun immer wieder das Gleiche und sind mit den Ergebnissen unzufrieden. Dabei wissen wir, dass wenn wir immer wieder das Gleiche tun, wir immer weiter die gleichen Ergebnisse erzielen werden. Auch die führenden Gehirnwissenschaftler, zum Beispiel Prof. Gerald Hüther betonen immer wieder, das eine zu rationale und regelorienterte Grundhaltung nicht geeignet ist, um komplexe Probleme zu lösen. Verkaufen sehe ich als eine komplexe Herausforderungen, die mit einer spielerischen UND professionellen Grundhaltung am besten gelöst werden kann.

Tebben: Ich vermute mal, dass die “Mailing-Aktion” an Tausende Adressaten ausgedient hat. Wie muss man sich heute die Vertriebsarbeit via Internet und Social Media vorstellen?

Markus Euler: Digitale Kanäle sind wichtige Hilfsmittel, die es Unternehmen und Verkäufern heute so leicht wie noch nie machen, sich selbst darzustellen und Kompetenz zu beweisen. In erster Linie geht es darum, durch entsprechenden Content die eigene Person und das Know-how zu demonstrieren, was schlussendlich vom Kunden auf das Angebot übertragen wird. Content- und Personenmarketing ermöglichen es dem Kunden VOR dem Kauf zu beweisen, dass man in der Lage ist als Mensch und Unternehmen das zu bieten, wonach der Kunde sucht;     was seine Werte und Nutzen anspricht. Insbesondere im Dienstleistungsbereich. Das Prinzip heißt: Erst geben, dann nehmen. Indem man den potentiellen Kunden im Entscheidungsprozess bereits einen Mehrwert liefert und nicht erst beim Kauf. Zwei wunderbare Beispiele sind hier der (in der Social-Media-Welt) wohl bekannteste Malermeister Werner Deck (https://www.facebook.com/malerdeck?fref=ts)und der Fotograf Calvin Hollywood (https://www.facebook.com/CalvinHollywood?fref=ts). Beide bieten kostenlos wertvolle Tipps, Videos und Hilfestellungen, die sich andere Anbieter bezahlen lassen. Sie führen einen echten Dialog mit ihrer Zielgruppe. Warum tun das die beiden? Das ist doch klar: Weil Sie zum Zeitpunkt der Kaufentscheidung dann die „Nummer 1“ im Kopf des Interessenten sind. Darüber hinaus bietet ein intelligentes Social-Media-Konzept auch die Möglichkeit, sich relativ einfach einen Sales-Funnel aufzubauen und den potentiellen Kunden über einen interessanten Aufhänger oder kostenlosen Content auf Landing-Pages zu führen und dort Kundendaten von kaufbereiten Interessenten zu erhalten.

Tebben: Der Vertrieb von Produkten und Dienstleistungen ist doch ein sehr umfangreiches Thema. Es hängt vieles vom Produkt selbst ab, von der Zielgruppe, von logistischen Gegebenheit und so weiter. Ist es da möglich – ich formuliere es mal etwas provokant – dem Leser oder Seminarteilnehmer Rezepte an die Hand zu geben?

Markus Euler: Da haben Sie absolut Recht Herr Tebben. Deshalb tue ich mich auch besonders schwer, wenn es um allgemeingültige Rezepte geht. Jeder muss seinen eigenen Weg in Bezug auf sich, seine Produkte und seine Zielgruppe finden und das möglichst glaubwürdig. Aber es gibt nun mal einige Dinge, die erfahrungsgemäß eher funktionieren oder eher weniger. Und Kreativität sowie UN-gewohnte Vorgehensweisen sind durchaus erwünscht, in vielen Märkten sogar erforderlich, um sich überhaupt vom Wettbewerb abzugrenzen. Die erfolgreichsten Verkäufer sind sowieso diejenigen, für die Regeln nicht in Stein gemeißelt sind und die viel Spaß daran haben, aus dem „Normalen“ auszubrechen. Nur so konnte DELL den ersten Direktvertrieb von Computern realisieren, nur deshalb können Sie sich heute Ihr Müsli selbst zusammenstellen und sich nach Hause liefern lassen. Eines steht aber immer im Vordergrund: Die Qualität der Kommunikation nach Innen und Außen.

Tebben: Viele Konsumenten beschweren sich ja auch über die zunehmende Anonymisierung beim Kauf von Produkten. Kann Online-Vertrieb via Social Media die persönliche Beratung ersetzen? Und wenn nein – wie kann man ggfs. beides kombinieren?

Markus Euler: Persönliche Beratung ist nicht zu ersetzen. Das Internet kann nicht beraten, es liefert nur Informationen.- Statt „Entweder-oder“ gilt hier „Sowohl-als-auch“. Bei der Auswahl von Standard-Produkten kann „online“ den Kunden unterstützen und wichtige Entscheidungshilfen geben. Der Kaufprozess geht dann quasi von selbst und mit intelligenten Prozessen entsteht ein sehr geringer Aufwand für das Unternehmen. Das funktioniert aber nur, wenn man sehr genau das Kundenverhalten analysiert, Schwachstellen beseitigt und dem Kunden das Einkaufen wirklich einfach macht. Sonst lässt der Kunde seinen gefüllten Warenkorb einfach zurück und klickt sich zum nächsten Anbieter. Der größte Nutzen für Unternehmen und Verkäufer in Social Media besteht darin, dass der Kunde von sich aus den Kontakt sucht, sich persönlich beraten lässt (telefonisch, im Chat oder am „Point-of-Sale“) und damit die beste Lösung gemeinsam mit dem Anbieter findet.

Tebben: Sollten nach Ihrer Auffassung die Verkäufer dem Bedürfnis der Kunden, zunehmend via Internet zu kaufen, nachkommen? Oder müssen sich die Konsumenten an einen immer größeren Raum einnehmenden Online-Markt gewöhnen?

Markus Euler: Verstehe den zweiten Teil der Frage nicht so ganz,  bitte gib´mir da noch mal Input

Tebben: Welche Rolle spielen die sozialen Medien in Ihrem Konzept?

Markus Euler: Nun ja, als Trainer, Coach oder Redner verkaufe ich einzig und allein meine Person. Die sozialen Medien nutze ich, um nach Außen die Wahrnehmung zu erzielen, die meinen (potentiellen) Kunden hilft die Entscheidung zu treffen, ob ich der Richtige für sie und ihr Unternehmen bin. Es ist eine Mischung aus hochwertigem Content meiner Podcasts (www.abenteuer-verkaufen), Informationen zu mir und meiner Arbeit (www.markus-euler.de) und Einblicke in mein privates Leben (https://www.facebook.com/markus.euler) sowie meine Erlebnisse im täglichen Business (https://www.facebook.com/Verkaufscoach?ref=hl).  Diese und weitere Kanäle (Twitter, GooglePlus, Instagram usw.) ergeben das Bild, welches persönlich und beruflich den Dienstleister Markus Euler so darstellt, wie ich wirklich bin. Mit allen Facetten, Ecken und Kanten.

Tebben: Wie sieht der Markt aus Ihrer Sicht in 30 Jahren aus? Werden wir ihn im Seniorenalter noch verstehen?

Markus Euler: Ach Herr Tebben, ich bin a) froh, wenn ich das noch erleben darf und b) reicht heute wohl schon der Blick auf 2020 aus, um von Zukunft zu sprechen. Die Digitalisierung geht unaufhörlich weiter, sie ist fester Bestandteil unseres Lebens, beruflich wie privat. Und das ist in der Summe auch gut so, denn das Leben ist tatsächlich einfacher, schöner und auch sicherer durch sie geworden. Aber egal mit welchen technischen Hilfsmitteln wir in fünf oder 30 Jahren arbeiten: Wirklich guter Kundenservice und Verkauf wird auch dann noch von Mensch zu Mensch gemacht. Einer meiner Chefs hat gesagt: Wenn Du einen Kunden anrufen kannst, anstatt ihm eine Mail zu schreiben, dann rufe ihn an. Wenn Du einen Kunden persönlich treffen kannst, anstatt ihn anzurufen, dann treffe ihn persönlich. Sie sind ja gefragter Experte im Bereich Social Media und trotzdem verbringen Sie viel Zeit im persönlichen Kontakt auf Netzwerktreffen, Vorträgen, mit Kunden und Interessenten. Das wird so bleiben und diese Zeit erkaufen wir uns eben durch die Nutzung von schnellen und hilfreichen Medien und technischen Hilfsmitteln.

Herr Euler, ich danke Ihnen für das Gespräch!

Zur Person: Mit der Erfahrung aus 15 Jahren Vertrieb trainiert Markus Euler seit über 10 Jahren Verkäufer und Führungskräfte von DAX-Unternehmen, Mittelständlern und Global Playern. Mit seinem einzigartigen Trainings- und Coaching-Konzept setzt er da an, wo Standard-Trainings aufhören. Er sensibilisiert seine Kunden für die wirklichen Herausforderungen im Verkauf: Das eigene „Spiel“ zu analysieren, die Wirksamkeit der eigenen Denk- und Verhaltensmuster zu erkennen und immer wieder neu zu justieren. Mit einer spielerischen Haltung flexibel zu bleiben und dem Kunden neue Perspektiven aufzuzeigen und Denkanstöße zu liefern. Verbindlich und auf Augenhöhe dem Kunden das zu bieten, was dieser in den heutigen von Discount und Mee-too-Produkten geprägten Märkten kaum noch findet: einen Verkäufer, der dem Kunden einen Mehrwert bietet, der weit über das Produkt oder die Lösung hinausgeht. Ein Experte, der dem Kunden durch seine Erfahrung und sein Wissen zur Seite steht und ihm hilft, die Entscheidungen zu treffen, die sein Geschäft wirklich voranbringen. Markus Euler ist mehrfacher Buchautor, Referent an diversen Wirtschaftshochschulen und gefragter Speaker.

WhatsApp Dialog mit Kunden per Festnetz

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Die BMW Freese-Gruppe erweitert das Kommunikationsangebot für ihre Kunden. Mit Unterstützung der Unternehmensberatung Tebben Consulting aus Oldenburg wurde der neue Dienst als Pilotprojekt im Auftrag des Geschäftsführers Tammo Kayser eingerichtet. Jetzt kann der Kundenservice ab sofort auch per WhatsApp kontaktiert werden. Das Besondere daran ist, dass der Service über den Festnetzanschluss erreichbar ist. Diesen Kommunikationsweg haben erst wenige Unternehmen in Deutschland beschritten.

Was ist WhatsApp?

Rund 800 Millionen Menschen nutzen den Messaging-Dienst WhatsApp weltweit, teilte der Gründer von WhatsApp und Vorstandsvorsitzende Jan Koum im April mit. Alleine in Deutschland gibt es schätzungsweise 35 Millionen aktive Nutzer. Insbesondere immer mehr junge Menschen (JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest) nutzen laut der JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes den Messenger für Verabredungen, die Übermittlung von Fotos und Sprachnotizen oder zum Telefonieren mit „WhatsApp Calls“. Familien, Gruppen und Schulklassen nutzen WhatsApp um sich untereinander auszutauschen und auf dem Laufenden zu bleiben. Zeitungen und Radiosender experimentieren mit dem Messenger und auch erste Unternehmen haben bereits Erfahrungen gesammelt.

Viele Wege führen zum Kundenservice

Die BMW Freese-Gruppe will die Kommunikation mit den Kunden ständig verbessern. Dabei sollen die Kunden selbst entscheiden, über welche Wege sie den Service erreichen möchten: über E-Mail, Telefon oder über ihr Smartphone per WhatsApp. „Wir wollen als Unternehmen den Kundenservice nach vorne bringen und dafür auch die neuen Medien und Kommunikationsmöglichkeiten einsetzen“, sagt Tammo Kayser von der Freese-Gruppe. „Auch das ist serviceorientiertes Handeln und das steht bei uns im Vordergrund.“ Für den Kontakt über WhatsApp zum Kundenservice der Freese-Gruppe muss einfach nur die Festnetznummer 04 41 / 35 02 50-0 gespeichert werden.

Warum WhatsApp im Servicebereich?

Bei der Einrichtung des neuen Angebotes stand der Gruppe das bundesweit tätige Unternehmen Tebben Consulting aus Oldenburg zur Seite. „Die Kommunikation mit dem Kunden sollte stetig angepasst werden. Dazu gehört auch, dass neben den klassischen Mitteln die sich verändernden Kommunikationswege angeboten werden“, so Sascha Tebben. „Sie sind schneller und direkter als beispielsweise E-Mails, der Kontakt wird zudem persönlicher. WhatsApp kann unter anderem für Terminabsprachen, Reservierungen und für die Übermittlung von Informationen, Neuigkeiten, Angeboten oder für Hinweise zu geplanten Aktionen genutzt werden.“ Allgemeine Anfragen oder Service-Anliegen können in kürzester Zeit beantwortet werden. Der Social Media- und Dialogmarketing-Fachmann weist darauf hin, dass durch die neue Desktop-Version „WhatsApp Web“ nun auch über den Browser unabhängig vom Smartphone auf den WhatsApp Account zugegriffen werden kann. Damit sei die Kommunikation mit dem Kunden über WhatsApp zusätzlich erleichtert worden. „Natürlich dürfen die bekannten Kanäle für die Kommunikation mit den Kunden nicht vernachlässigt werden.“ Die Firma Tebben Consulting ist stets bemüht, nach Ideen zu forschen, die den Dialog mit Kunden fördert, vorantreibt und verbessert. Deswegen gibt es nun den WhatsApp Kanal, wodurch die Freese Gruppe jetzt als Pilotprojekt auch per Festnetznummer mittels WhatsApp erreichbar ist.

Mehr Informationen unter www.tebben-consulting.com und über WhatsApp an 01 52 / 53 49 81 93.

Die WhatsApp-Servicehotline der Freese-Gruppe erreichen Sie über 04 41 / 35 02 50-0. Die Telefonnummer muss einfach im Smartphone gespeichert werden.

Tebben trifft Klemens Skibicki: Firmen und die Digitale Transformation

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63. Gilde Abend der Gilde Union

Prof. Dr. Klemens Skibicki

Prof. Dr. Klemens Skibicki – Convidera

Am Gilde-Abend in den Oldenburger Weser-Ems Hallen kommen traditionell Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zusammen, um sich auszutauschen. Die Unterhaltung wird mit einem Impulsvortrag eines geladenen Gastes angeregt. Beim diesjährigen 63. Gilde-Abend sprach Dr. Klemens Skibicki, Mitgründer der Unternehmensberatung „Convidera“ und Mitglied des Beirates „Junge digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, über die Auswirkungen der sozialen Medien auf die Gesellschaft. Ein Vortrag, der begeistert aufgenommen wurde und auch Tage später noch für Gesprächsstoff sorgte.

Sascha Tebben von Tebben Consulting sprach mit Prof. Dr. Klemens Skibicki u.a. über die “Digitale Transformation”.

Tebben: Guten Tag, Herr Dr. Skibicki. Herzlichen Dank für Ihren sehr informativen und mitreißenden Vortrag. Wir haben gehört, dass das Web 2.0 die größte Revolution in der Kommunikation seit 600 Jahren ist. Was hat sich dadurch verändert? Wo ist die digitale Kluft entstanden?

Skibicki: Die Rahmenbedingungen im Digitalen Zeitalter haben sich für Kunden und Unternehmen grundlegend gewandelt. Menschen haben über Mobiles Internet und Social Media immer und überall die Möglichkeit, Botschaften in Form von Videos, Bildern und Texten einem prinzipiell unbegrenztem Kreise im Internet zukommen zu lassen. Andere wiederum können diese Informationen lesen, kommentieren oder weiterleiten. Damit ist das Privileg, „an viele zu senden“, das sehr lange nur wenigen Medienhäusern vorbehalten war, gefallen. Ebenso neu ist durch Kommentarfunktionen in den sozialen Medien das „Gesprächsprinzip“ statt der einseitigen Senderichtung in TV, Radio und Print. Beide Entwicklungen stellen eine Revolution dar. Die digitale Kluft entstand dadurch, dass die in den letzten 20 Jahren Geborenen die neuen Möglichkeiten als Normalfall ansehen, während viele ältere Jahrgänge etwas anderes gelernt haben und dabei nichts vermisst haben – dem entsprechend schwer fällte es vielen „Digitalen Immigranten“, die neuen Verhaltensweisen zu verstehen und zu übernehmen.

Vortrag beim Gildeabend Interview mit Prof. Dr. Klemens Skibicki

Vortrag von Prof. Dr. Klemens Skibicki

Tebben: Was bedeutet die digitale Transformation für Unternehmen?
Skibicki: Leider denken viele Unternehmensverantwortliche bei Social Media an Smalltalk,

Katzenbilder oder Mittagessen-Posts – für Ihr Unternehmen also „Unwichtiges“. Neben solchen Belanglosigkeiten können in dieser digital vernetzen Welt aber eben auch Meinungen, Empfehlungen und Warnungen bezüglich Produkten, Marken und Unternehmen ausgetauscht werden. Dadurch haben Menschen praktisch immer und überall Zugriff auf die Meinung von anderen Menschen, denen sie mehr vertrauen und denen sie lieber zuhören als jeglicher Kommunikation von Unternehmen. Im Kern müssen sich Firmen also mit einer Marktmachtverschiebung hinsichtlich der Information auseinandersetzen. Neben diesem vordergründigen Nachteil für Unternehmen ergibt sich aber die Chance, diesen „Gesprächen“ der Kunden und anderen Stakeholder über Digitale Analyse-Tools zuzuhören, zu lernen und schneller bessere Entscheidungen zu treffen, die sich enger an der Sichtweise ihrer Kunden orientiert. Ebenso können Unternehmen versuchen, sich über gute Inhalte in diesen Gesprächen im Social Web zu positionieren und sich im Idealfall Zuhörer, Gesprächspartner und Empfehlungen zu „erarbeiten“. Dafür erfordert es aber den Aufbau von Strukturen, einer Unternehmenskultur und Fähigkeiten, die auf Zuhören und Einbinden von externen Stakeholdern ausgerichtet ist. Diese ganzheitliche Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen bezeichnet man als „Digitale Transformation“.

Tebben: Welche ersten Schritte empfehlen Sie den Unternehmen? Welche Vorgehensweise schlagen Sie vor?
Skibicki: Wir beginnen mit unseren Kunden diesen Prozess im Idealfall mit dem Aufbau eines einheitlichen Verständnisses der neuen Rahmenbedingungen und der neuen Grundregeln innerhalb der oberen Führungsebene eines Unternehmens. Wenn man diesen halben Tag am Anfang nicht investiert, verstehen erfahrungsgemäß verschiedene Entscheider oft etwas völlig Unterschiedliches unter Digitaler Transformation. Dies lähmt den Change Prozess und sollte vermieden werden. Nach dem einheitlichen Verständnis erfolgt der Prozess der Verortung – die Feststellung des Staus Quo im Vergleich zu einem idealen Zielbild der Firma im Digitalen Zeitalter. Im Anschluss an eine Priorisierung möglicher Maßnahmen kann die zentrale Bereitstellung von benötigter technischer Infrastruktur und dezentraler Schulung und Implementierung in Bereichen der Unternehmung beginnen. Die Geschwindigkeit der Veränderung hängt von den Voraussetzungen in der Organisation und des Veränderungsdrucks von außen ab.

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Einladung zum 63. Gilde Abend

Tebben: Welches sind die begründeten oder unbegründeten Ängste und Ausreden?
Skibicki: Begründet sind meist die Ängste vor dem mangelnden Verständnis und Fähigkeit in einer Unternehmung sich in diesen neuen Kommunikationswelten zurechtzufinden. In Zeiten einseitiger Kommunikationskanäle waren Zuhören und Dialoge führen auf Anbieterseite nicht notwendig und damit nicht gelernt. Diese Unfähigkeit gepaart mit dem Unwillen für Veränderung ist meist der Hintergrund für die vielen Ausreden. Hinzu kommt die Orientierungslosigkeit, was denn zu tun sei. Letzteres kann durch professionelle Hilfe behoben werden. Dies sollte möglichst schnell geschehen, denn diese Entwicklung wird sich nicht wieder umkehren und Unternehmen verlieren nur Zeit, die im schlechtesten Fall nicht mehr aufgeholt werden kann. Diese Existenzgefährdung kann vermieden werden.

Tebben: Welche Plattformen empfehlen Sie für die Unternehmenskommunikation? Müssen die Unternehmer auf jedes neue Pferd im Social Web aufspringen? Und macht es Sinn, Profis an Bord zu holen?
Skibicki: Welche Plattformen gewählt werden sollten hängt von den Zielen, den Zielgruppen einer Kommunikation und den Erfordernissen des Marktes ab. Vor allem für diese erste Auswahl und Implementierung sollte man sich professioneller Unterstützung bedienen. Im weiteren Verlauf sollte die Kommunikation zum normalen Bestandteil der Unternehmenskommunikation werden, die nicht ausgelagert werden kann – ich beauftrage ja auch nicht einen Externen, um mit meinem Geschäftspartner ein Telefonat zu führen. Genauso verhält es sich mit Social Media, diese wird in wenigen Jahren ein so normaler Kommunikationsbestandteil sein wie heute das Telefonieren.

Tebben: Herr Dr. Skibicki, wir danken Ihnen sehr für das Gespräch.

Prof Dr. Skibicki ist Mitgründer der Strategieberatung Convidera in Köln. Die Convidera begleitet Unternehmen ganzheitlich durch Beratung, Agenturleistung und technische Lösungen beim Prozess der Digitalen Transformation. www.convidera.com

Tebben trifft Eugene Kaspersky: Total paranoid – aber wir werden es überleben!“ [CeBIT 2014]

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Auf den Global Conferences in Hannover trat heute der Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky zum Thema Internet-Security auf und erläuterte anhand einiger Beispiele, wie gefährlich wir aktuell leben.

Eugene Kaspersky ist einer der weltweit bekanntesten Experten für Computersicherheit und Leiter der global tätigen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Labs, die er 1997 gegründet hat. Er gilt laut Magazin CRN in 2012 zu den „Top-25 Innovators of the Year“ und zu den 125 reichsten Menschen Russlands, er reist nicht nur berufsbedingt sehr viel und gerne durch die Welt und berichtet darüber in seinem Blog.

20140311-220106.jpgTebben Consulting – Social Media Beratung traf sich mit Eugene Kaspersky und sprach mit Experten über die IT-Sicherheit in Zeiten von NSA, Sabotage, Cyberkriminalität und Betriebsspionage.

Neben der Entwicklung von Sicherheitstechnologien, Bildungsmaßnahmen und zeitgemäßen Gesetzen empfiehlt Eugene Kaspersky vor allem, die internationale Kooperation im IT-Bereich zu erhöhen. Am Tag vor unserem Treffen besuchte ihn bereits die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf dem Kaspersky-Messestand bei der CeBit.

Wir bedanken uns beim gesamten Kaspersky-Team für den sympathischen Kontakt sowie die kostbare geteilte Zeit.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Walentinowitsch_Kasperski

Tebben trifft BDU-Geschäftsführer Christoph Weyrather: Trends und Social Media in der Unternehmensberatung

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“Kein großer Mensch hat sich je über mangelnde Gelegenheit beschwert.” wusste bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) als deutscher Dichter zu berichten und so ergab sich für Tebben Consulting beim 5. Beratersymposium in Oldenburg die einmalige Gelegenheit den Geschäftsführer des BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e. V.) Christoph Weyrather zu einem spannenden Interview zu bitten.

Wie sieht aus Ihrer Sicht der aktuelle Trend in der Beratung anhand Ihrer Studie vom BDU aus?

Der Umsatz in der deutschen Unternehmensberaterbranche ist im Jahr 2013 erneut gestiegen. Insgesamt fragten die Auftraggeber aus Industrie, Wirtschaft und Verwaltung Beratungsleistungen im Wert von 23,7 Milliarden Euro nach. Dies entspricht einem Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012: 22,3 Mrd. Euro). Für das laufende Jahr 2014 wird erneut ein Umsatzplus von 5,5 Prozent erwartet.

Tebben trifft: BDU Geschäftsführer Christoph Weyrather

Tebben trifft: BDU-Geschäftsführer C. Weyrather

Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich für Sie aus der BDU-Studie und wie erhalten unsere Leser die Studie?

Für 2014 rechnen die Marktteilnehmer mit einer guten Nachfrage ihrer Klienten nach Beratungsleistungen. Knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer gaben eine positive Wachstumsprognose ab. Besonders optimistisch zeigen sich die Consultingfirmen in den Größenklassen `15 bis 45 Millionen Euro Umsatz` sowie `1 Million bis 2,5 Millionen Euro Umsatz`mit einer Wachstumserwartung von jeweils sieben Prozent. Nur jedes zehnte Beratungsunternehmen erwartet hingegen im Jahr 2014 ein negatives Geschäftsergebnis. Wichtiger Impulsgeber für das Consultinggeschäft wird aus Sicht der Studienteilnehmer das verarbeitende Gewerbe sein. Für den Projektumsatz aus der Maschinenbaubranche – die selbst sehr zuversichtlich in das Jahr 2014 gestartet ist – wird beispielsweise ein Plus von 7,6 Prozent prognostiziert.

Auch 2013 waren viele Beratungsprojekte davon geprägt, eine gute Balance zwischen Kostenoptimierung, verbesserten Prozessen und auf die Zukunft gerichteten Aktivitäten zu finden. Stark in den Vordergrund sind in den Beratungsprojekten die Themen „Reduzierung von Komplexität“, „Mobile Geschäftsanwendungen“ sowie „Digitalisierung und Vernetzung bei Industrie 4.0“ gerückt. Ziel ist es hierbei meist, das Internet in die bestehenden Geschäftsmodelle und -prozesse zu integrieren. Aber auch völlig neue Betätigungsfelder wollen die Klienten hier mit Unterstützung von Unternehmensberatern durch gezielten Know-how-Transfer aufbauen. Die komplette Studie kann über die BDU-Webseite bestellt werden: http://bit.ly/BUD-Studie

Welchen Nutzen sehen Sie für Unternehmen durch die Social Media Beratung?

Alle Unternehmen werden sich mit dem Thema „Social Media“ auseinandersetzen bzw. machen bereits konkrete Erfahrungen. Wie bei allen anderen Themen ist der Einsatz von Unternehmensberatern immer dann sinnvoll, wenn man selbst die benötigten Kapazitäten zeitlich und inhaltlich nicht an Bord hat. Bei der entsprechenden Bedeutung von Social Media für das einzelne Unternehmen, die durchaus sehr unterschiedlich sein kann, bietet sich die Erarbeitung einer Social Media Konzeption mit einem externen Experten an. Man kann dann auch entscheiden, ob man das Thema laufend durch eine Agentur betreuen lässt oder selbst Kapazitäten aufbaut.

Lieber Herr Weyrather, herzlichen Dank für Ihre kostbare Zeit und den außerordentlich freundlichen Austausch zum Thema Social Media im BDU mit Ihnen beim 5. Beratersymposium in Oldenburg. Natürlich freuen wir uns, dass Sie unsere Ansichten teilen und ebenfalls erkannt haben, dass Social Media inzwischen alle Unternehmen betrifft und der Grundstein für jede Aktivität in den neuen Medien die Social Media Strategie darstellt.

Auch wenn die Tebben Consulting nicht sofort Mitglied beim BDU wird, verfolgen wir Ihre Aktivitäten bei facebook, XING & Co. sehr gerne und spielen ernsthaft mit dem Gedanken Ihr BDU-Service-Abonnement zu nutzen: http://bit.ly/BDU-ServiceAbo