Tebben trifft Klemens Skibicki: Firmen und die Digitale Transformation

Sascha Tebben Interviews Leave a Comment

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63. Gilde Abend der Gilde Union

Prof. Dr. Klemens Skibicki

Prof. Dr. Klemens Skibicki – Convidera

Am Gilde-Abend in den Oldenburger Weser-Ems Hallen kommen traditionell Vertreter aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens zusammen, um sich auszutauschen. Die Unterhaltung wird mit einem Impulsvortrag eines geladenen Gastes angeregt. Beim diesjährigen 63. Gilde-Abend sprach Dr. Klemens Skibicki, Mitgründer der Unternehmensberatung „Convidera“ und Mitglied des Beirates „Junge digitale Wirtschaft“ beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, über die Auswirkungen der sozialen Medien auf die Gesellschaft. Ein Vortrag, der begeistert aufgenommen wurde und auch Tage später noch für Gesprächsstoff sorgte.

Sascha Tebben von Tebben Consulting sprach mit Prof. Dr. Klemens Skibicki u.a. über die “Digitale Transformation”.

Tebben: Guten Tag, Herr Dr. Skibicki. Herzlichen Dank für Ihren sehr informativen und mitreißenden Vortrag. Wir haben gehört, dass das Web 2.0 die größte Revolution in der Kommunikation seit 600 Jahren ist. Was hat sich dadurch verändert? Wo ist die digitale Kluft entstanden?

Skibicki: Die Rahmenbedingungen im Digitalen Zeitalter haben sich für Kunden und Unternehmen grundlegend gewandelt. Menschen haben über Mobiles Internet und Social Media immer und überall die Möglichkeit, Botschaften in Form von Videos, Bildern und Texten einem prinzipiell unbegrenztem Kreise im Internet zukommen zu lassen. Andere wiederum können diese Informationen lesen, kommentieren oder weiterleiten. Damit ist das Privileg, „an viele zu senden“, das sehr lange nur wenigen Medienhäusern vorbehalten war, gefallen. Ebenso neu ist durch Kommentarfunktionen in den sozialen Medien das „Gesprächsprinzip“ statt der einseitigen Senderichtung in TV, Radio und Print. Beide Entwicklungen stellen eine Revolution dar. Die digitale Kluft entstand dadurch, dass die in den letzten 20 Jahren Geborenen die neuen Möglichkeiten als Normalfall ansehen, während viele ältere Jahrgänge etwas anderes gelernt haben und dabei nichts vermisst haben – dem entsprechend schwer fällte es vielen „Digitalen Immigranten“, die neuen Verhaltensweisen zu verstehen und zu übernehmen.

Vortrag beim Gildeabend Interview mit Prof. Dr. Klemens Skibicki

Vortrag von Prof. Dr. Klemens Skibicki

Tebben: Was bedeutet die digitale Transformation für Unternehmen?
Skibicki: Leider denken viele Unternehmensverantwortliche bei Social Media an Smalltalk,

Katzenbilder oder Mittagessen-Posts – für Ihr Unternehmen also „Unwichtiges“. Neben solchen Belanglosigkeiten können in dieser digital vernetzen Welt aber eben auch Meinungen, Empfehlungen und Warnungen bezüglich Produkten, Marken und Unternehmen ausgetauscht werden. Dadurch haben Menschen praktisch immer und überall Zugriff auf die Meinung von anderen Menschen, denen sie mehr vertrauen und denen sie lieber zuhören als jeglicher Kommunikation von Unternehmen. Im Kern müssen sich Firmen also mit einer Marktmachtverschiebung hinsichtlich der Information auseinandersetzen. Neben diesem vordergründigen Nachteil für Unternehmen ergibt sich aber die Chance, diesen „Gesprächen“ der Kunden und anderen Stakeholder über Digitale Analyse-Tools zuzuhören, zu lernen und schneller bessere Entscheidungen zu treffen, die sich enger an der Sichtweise ihrer Kunden orientiert. Ebenso können Unternehmen versuchen, sich über gute Inhalte in diesen Gesprächen im Social Web zu positionieren und sich im Idealfall Zuhörer, Gesprächspartner und Empfehlungen zu „erarbeiten“. Dafür erfordert es aber den Aufbau von Strukturen, einer Unternehmenskultur und Fähigkeiten, die auf Zuhören und Einbinden von externen Stakeholdern ausgerichtet ist. Diese ganzheitliche Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen bezeichnet man als „Digitale Transformation“.

Tebben: Welche ersten Schritte empfehlen Sie den Unternehmen? Welche Vorgehensweise schlagen Sie vor?
Skibicki: Wir beginnen mit unseren Kunden diesen Prozess im Idealfall mit dem Aufbau eines einheitlichen Verständnisses der neuen Rahmenbedingungen und der neuen Grundregeln innerhalb der oberen Führungsebene eines Unternehmens. Wenn man diesen halben Tag am Anfang nicht investiert, verstehen erfahrungsgemäß verschiedene Entscheider oft etwas völlig Unterschiedliches unter Digitaler Transformation. Dies lähmt den Change Prozess und sollte vermieden werden. Nach dem einheitlichen Verständnis erfolgt der Prozess der Verortung – die Feststellung des Staus Quo im Vergleich zu einem idealen Zielbild der Firma im Digitalen Zeitalter. Im Anschluss an eine Priorisierung möglicher Maßnahmen kann die zentrale Bereitstellung von benötigter technischer Infrastruktur und dezentraler Schulung und Implementierung in Bereichen der Unternehmung beginnen. Die Geschwindigkeit der Veränderung hängt von den Voraussetzungen in der Organisation und des Veränderungsdrucks von außen ab.

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Einladung zum 63. Gilde Abend

Tebben: Welches sind die begründeten oder unbegründeten Ängste und Ausreden?
Skibicki: Begründet sind meist die Ängste vor dem mangelnden Verständnis und Fähigkeit in einer Unternehmung sich in diesen neuen Kommunikationswelten zurechtzufinden. In Zeiten einseitiger Kommunikationskanäle waren Zuhören und Dialoge führen auf Anbieterseite nicht notwendig und damit nicht gelernt. Diese Unfähigkeit gepaart mit dem Unwillen für Veränderung ist meist der Hintergrund für die vielen Ausreden. Hinzu kommt die Orientierungslosigkeit, was denn zu tun sei. Letzteres kann durch professionelle Hilfe behoben werden. Dies sollte möglichst schnell geschehen, denn diese Entwicklung wird sich nicht wieder umkehren und Unternehmen verlieren nur Zeit, die im schlechtesten Fall nicht mehr aufgeholt werden kann. Diese Existenzgefährdung kann vermieden werden.

Tebben: Welche Plattformen empfehlen Sie für die Unternehmenskommunikation? Müssen die Unternehmer auf jedes neue Pferd im Social Web aufspringen? Und macht es Sinn, Profis an Bord zu holen?
Skibicki: Welche Plattformen gewählt werden sollten hängt von den Zielen, den Zielgruppen einer Kommunikation und den Erfordernissen des Marktes ab. Vor allem für diese erste Auswahl und Implementierung sollte man sich professioneller Unterstützung bedienen. Im weiteren Verlauf sollte die Kommunikation zum normalen Bestandteil der Unternehmenskommunikation werden, die nicht ausgelagert werden kann – ich beauftrage ja auch nicht einen Externen, um mit meinem Geschäftspartner ein Telefonat zu führen. Genauso verhält es sich mit Social Media, diese wird in wenigen Jahren ein so normaler Kommunikationsbestandteil sein wie heute das Telefonieren.

Tebben: Herr Dr. Skibicki, wir danken Ihnen sehr für das Gespräch.

Prof Dr. Skibicki ist Mitgründer der Strategieberatung Convidera in Köln. Die Convidera begleitet Unternehmen ganzheitlich durch Beratung, Agenturleistung und technische Lösungen beim Prozess der Digitalen Transformation. www.convidera.com

Tebben trifft Eugene Kaspersky: Total paranoid – aber wir werden es überleben!“ [CeBIT 2014]

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Auf den Global Conferences in Hannover trat heute der Sicherheitsexperte Eugene Kaspersky zum Thema Internet-Security auf und erläuterte anhand einiger Beispiele, wie gefährlich wir aktuell leben.

Eugene Kaspersky ist einer der weltweit bekanntesten Experten für Computersicherheit und Leiter der global tätigen IT-Sicherheitsfirma Kaspersky Labs, die er 1997 gegründet hat. Er gilt laut Magazin CRN in 2012 zu den „Top-25 Innovators of the Year“ und zu den 125 reichsten Menschen Russlands, er reist nicht nur berufsbedingt sehr viel und gerne durch die Welt und berichtet darüber in seinem Blog.

20140311-220106.jpgTebben Consulting – Social Media Beratung traf sich mit Eugene Kaspersky und sprach mit Experten über die IT-Sicherheit in Zeiten von NSA, Sabotage, Cyberkriminalität und Betriebsspionage.

Neben der Entwicklung von Sicherheitstechnologien, Bildungsmaßnahmen und zeitgemäßen Gesetzen empfiehlt Eugene Kaspersky vor allem, die internationale Kooperation im IT-Bereich zu erhöhen. Am Tag vor unserem Treffen besuchte ihn bereits die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf dem Kaspersky-Messestand bei der CeBit.

Wir bedanken uns beim gesamten Kaspersky-Team für den sympathischen Kontakt sowie die kostbare geteilte Zeit.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Jewgeni_Walentinowitsch_Kasperski

Tebben trifft BDU-Geschäftsführer Christoph Weyrather: Trends und Social Media in der Unternehmensberatung

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“Kein großer Mensch hat sich je über mangelnde Gelegenheit beschwert.” wusste bereits Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832) als deutscher Dichter zu berichten und so ergab sich für Tebben Consulting beim 5. Beratersymposium in Oldenburg die einmalige Gelegenheit den Geschäftsführer des BDU (Bundesverband Deutscher Unternehmensberater e. V.) Christoph Weyrather zu einem spannenden Interview zu bitten.

Wie sieht aus Ihrer Sicht der aktuelle Trend in der Beratung anhand Ihrer Studie vom BDU aus?

Der Umsatz in der deutschen Unternehmensberaterbranche ist im Jahr 2013 erneut gestiegen. Insgesamt fragten die Auftraggeber aus Industrie, Wirtschaft und Verwaltung Beratungsleistungen im Wert von 23,7 Milliarden Euro nach. Dies entspricht einem Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2012: 22,3 Mrd. Euro). Für das laufende Jahr 2014 wird erneut ein Umsatzplus von 5,5 Prozent erwartet.

Tebben trifft: BDU Geschäftsführer Christoph Weyrather

Tebben trifft: BDU-Geschäftsführer C. Weyrather

Welche neuen Erkenntnisse ergeben sich für Sie aus der BDU-Studie und wie erhalten unsere Leser die Studie?

Für 2014 rechnen die Marktteilnehmer mit einer guten Nachfrage ihrer Klienten nach Beratungsleistungen. Knapp zwei Drittel der Studienteilnehmer gaben eine positive Wachstumsprognose ab. Besonders optimistisch zeigen sich die Consultingfirmen in den Größenklassen `15 bis 45 Millionen Euro Umsatz` sowie `1 Million bis 2,5 Millionen Euro Umsatz`mit einer Wachstumserwartung von jeweils sieben Prozent. Nur jedes zehnte Beratungsunternehmen erwartet hingegen im Jahr 2014 ein negatives Geschäftsergebnis. Wichtiger Impulsgeber für das Consultinggeschäft wird aus Sicht der Studienteilnehmer das verarbeitende Gewerbe sein. Für den Projektumsatz aus der Maschinenbaubranche – die selbst sehr zuversichtlich in das Jahr 2014 gestartet ist – wird beispielsweise ein Plus von 7,6 Prozent prognostiziert.

Auch 2013 waren viele Beratungsprojekte davon geprägt, eine gute Balance zwischen Kostenoptimierung, verbesserten Prozessen und auf die Zukunft gerichteten Aktivitäten zu finden. Stark in den Vordergrund sind in den Beratungsprojekten die Themen „Reduzierung von Komplexität“, „Mobile Geschäftsanwendungen“ sowie „Digitalisierung und Vernetzung bei Industrie 4.0“ gerückt. Ziel ist es hierbei meist, das Internet in die bestehenden Geschäftsmodelle und -prozesse zu integrieren. Aber auch völlig neue Betätigungsfelder wollen die Klienten hier mit Unterstützung von Unternehmensberatern durch gezielten Know-how-Transfer aufbauen. Die komplette Studie kann über die BDU-Webseite bestellt werden: http://bit.ly/BUD-Studie

Welchen Nutzen sehen Sie für Unternehmen durch die Social Media Beratung?

Alle Unternehmen werden sich mit dem Thema „Social Media“ auseinandersetzen bzw. machen bereits konkrete Erfahrungen. Wie bei allen anderen Themen ist der Einsatz von Unternehmensberatern immer dann sinnvoll, wenn man selbst die benötigten Kapazitäten zeitlich und inhaltlich nicht an Bord hat. Bei der entsprechenden Bedeutung von Social Media für das einzelne Unternehmen, die durchaus sehr unterschiedlich sein kann, bietet sich die Erarbeitung einer Social Media Konzeption mit einem externen Experten an. Man kann dann auch entscheiden, ob man das Thema laufend durch eine Agentur betreuen lässt oder selbst Kapazitäten aufbaut.

Lieber Herr Weyrather, herzlichen Dank für Ihre kostbare Zeit und den außerordentlich freundlichen Austausch zum Thema Social Media im BDU mit Ihnen beim 5. Beratersymposium in Oldenburg. Natürlich freuen wir uns, dass Sie unsere Ansichten teilen und ebenfalls erkannt haben, dass Social Media inzwischen alle Unternehmen betrifft und der Grundstein für jede Aktivität in den neuen Medien die Social Media Strategie darstellt.

Auch wenn die Tebben Consulting nicht sofort Mitglied beim BDU wird, verfolgen wir Ihre Aktivitäten bei facebook, XING & Co. sehr gerne und spielen ernsthaft mit dem Gedanken Ihr BDU-Service-Abonnement zu nutzen: http://bit.ly/BDU-ServiceAbo